Von Murmelspiel bis Lernroboter: Schüler*innen erforschen Nachhaltigkeit
- Volodymyr Diachenko

- Jul 11
- 3 min read
Nachhaltigkeit ist ein großes und komplexes Thema. Darüber wird weltweit gesprochen, gestritten und verhandelt – und es wird Politik daraus gemacht. Viele Parteien und politische Kräfte nutzen das Thema, betreiben damit Wahlkampf und spekulieren auf den wachsenden Druck in der Gesellschaft. Eines ist klar: Nachhaltigkeit ist präsenter denn je.
Doch welche Rolle spielt dabei die Technik? Sie kann uns einerseits helfen, nachhaltiger zu leben, andererseits auch zum Problem werden. Genau hier setzt die Realschule Heepen an. In einer dreitägigen Projektwoche beschäftigen sich Schüler*innen der Jahrgänge 5 bis 7 mit der Frage, wie Technik zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann. Auf dem Programm: Solarenergie, Roboter und Wetterballons.
Solarenergie – Energie aus der Sonne
Die Sonne liefert unerschöpfliche Energie. Kein Wunder also, dass Solarenergie heute als eine der wichtigsten nachhaltigen Energiequellen gilt. Sie entsteht durch Kernfusion im Inneren der Sonne, bei der Wasserstoff zu Helium verschmilzt. Dabei wird große Energie in Form von Licht und Wärme freigesetzt – Energie, die wir in Strom und Wärme umwandeln können.
Die fünfte Klasse hat sich in einem Projekt genau damit beschäftigt. Sie bauten nicht nur einen Solarventilator, sondern setzten auch auf kreative Recyclingideen. „Wir haben Müll durch die Woche gesammelt und dann haben wir damit unser eigenes Spiel erschaffen, ohne Strom oder so aus Murmeln“, erzählten die Schüler stolz.
Doch es ging nicht allein um Technik. „Wir lernen auch zum Beispiel wie man die Sachen in anderen Räumen nutzt“, berichtete ein Schüler. Andere wiederum entdeckten Spaß am Basteln und Bauen.
Die Projekte seien vielfältig und praxisnah, finden die Teilnehmenden. „So konnten wir Strom sparen für die Computer in der Schule“, meinte ein Schüler. Auch für den Alltag sehen die Kinder Vorteile: „(Wir lernen) wie wir eigene Spiele schaffen und, dass wir nicht immer am Handy sind und auch mal was anderes spielen.“
Ganz fertig sind sie mit dem Thema aber noch nicht. „Wie man eigene Spiele machen kann“, wünschte sich eine Schülerin für das nächste Mal. Eine andere stimmte sofort zu: „Ja, noch mehr Spiele.“
Roboter – Helfer im Alltag?
Ein weiteres Projekt widmete sich Robotern. Sie können Menschen unterstützen – in der Produktion, im Haushalt oder sogar in der Bildung. Vor allem dort, wo Arbeitskräfte fehlen oder gefährliche Stoffe verarbeitet werden müssen, gelten sie als nützliche Helfer.
Die Schüler näherten sich dem Thema praktisch. „Beim Projekt bauen wir die Roboter die beim Haushalt helfen sollen“, erklärten sie. Eine Schülerin ergänzte: „Wir machen einen Roboter, der Süßigkeiten spendet, wenn man drauf tritt.“
Doch es blieb nicht beim Basteln. „Wir lernen kreativ zu werden und mit unserem eigenen Gewissen Roboter zu machen“, sagte eine Teilnehmerin. Sie ist überzeugt: „Dieses Wissen wird uns helfen in dem weiteren Leben für die Kreativität und die Kunst.“
Roboter in der Schule?
Schnell kamen die Schüler auf die Idee, Roboter auch im Schulalltag einzusetzen. „Zum Beispiel für die Küche oder um Fragen für die Schüler zu beantworten“, überlegten die Siebtklässler. Ein Roboter könnte Lehrkräfte unterstützen, die in großen Klassen nicht immer auf alle eingehen können.
Die Sechstklässler gingen noch weiter: „Ein Roboter kann viel beim Lernen helfen, denn wen man irgendwas nicht weißt aber gerne wissen will, kann man sich jederzeit an einen Roboter wenden, der die Frage beantworten wird und wahrscheinlich auch die Lernform erstellt.“
Die Begeisterung war groß – doch die Schüler sahen auch Probleme. Ein kaputter Roboter könne teuer sein und andere Dinge beschädigen. Nachhaltig sei er zudem nur bedingt: „Nein! Auf gar kein Fall“, meinten die Schüler, als es um die Materialien wie Plastik, Metall oder Öl ging.
Gleichzeitig zeigten sie, dass sie über das Thema weit hinausdenken: Roboter könnten Müll sammeln und so die Städte sauberer machen. „Jaaaa!“, waren sich die Sechstklässler einig, als sie nach der Nachhaltigkeit von Robotern gefragt wurden.
Und in der Schule? Auch hier herrschte am Ende Einigkeit: „Jaa!“, sagten die Kinder. Besonders Lernroboter hätten sie gerne – als Unterstützung beim Lernen und vielleicht auch als praktische Hilfe beim Putzen.



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