top of page

DJ als Unterricht, Teil 7

  • Writer: Daniel Safonov
    Daniel Safonov
  • Jun 9
  • 3 min read

Updated: Nov 10

Kurz vor meinen Abschlussprüfungen brauchte ich ein Confidence-Boost und habe noch einen Termin mit DJ Carl ausgemacht. An dem Tag, als ich Sam’s ging, war ich schon ein bisschen aufgeregt, weil ich Carl versprochen hatte, dass ich mich deutlich bessere, bevor ich wiederkomme. Das wäre nicht der Fall, dachte ich. Ich habe mir Sorgen gemacht, ob ich tatsächlich besser geworden bin. Ich habe zwar geübt, aber ich hatte trotzdem Zweifel.


Mein Englisch Lehrer kam auch mit und ich habe ihm meine Sorge mitgeteilt. Er motivierte mich, meinte ich kriege das hin – Lernen durch Fehler ist normal. Carl rief uns rein und ich war wieder vom Club geflascht. Im Club allein da zu sein, ist krass. Wenn man da reinkommt, ist alles leer und still. Irgendwie hell. Man hat einen Überblickt über alles. Da ist einfach viel Platz und abends muss es komplett voll sein.

Carl und ich machten eine Aufwärmung, bevor ich im Cage spielen durfte.

Auf dem Main Floor wurde umgebaut, deshalb mussten wir „ins Cage“ – ich kannte das bisher nur vom Instagram und Social Media. Selbst dort zu stehen, war heftig. Die Dekoration und Ausstattung waren teils gruselig und creepy, wie ein Knasst, gleichzeitig irgendwie cool und befreiend. Carl rief mich zum Pult und spielte vor, sodass ich reinkommen konnte. Er spielte etwas, während ich mir seine Tricks gemerkt habe. z.B. schnelle Wechsel zu anderen Songs, was ich vorher nicht kannte. Er musste aber zum Getränk-Inventar weg, um den Club fürs Wochenende vorzubereiten, und ich stand allein am Pult.


Ich kam ziemlich schnell rein und fühlte mich frei und offen, dass ich doch alles allein kann. Meine Schwäche war nur, ich konnte immer noch nicht die Songs schnell abschwitchen. Vielleicht hatte ich ein paar Schwierigkeiten, aber ich konnte mich selbst schnell korrigieren. Ich spielte 23 Minuten allein im Cage und ich habe das erste Mal wahrgenommen, dass ich das musikalische Verständnis letztendlich habe, DJ zu werden. Mein Lehrer meinte, ich habe das aber doch gut hinbekommen.


Carl kam lächelnd zurück. Eine positive Rückmeldung von einem professionellen DJ zu kriegen, den ich bewundere, tat mir in dem Moment sehr gut. Es war wieder ein beeindruckender Moment in meinem Lernprozess, indem mein Selbstbewusstsein verstärkt wurde, was mir anfangs meines Projekts fehlte. Ich war neulich höchst und intrinsisch motiviert, weiterzumachen.


Carl meinte, ich bin ready für die Main Stage. Wir sind rübergegangen und haben back-2-back gespielt, hatte gleich wieder die Chance allein zu spielen. Mein Vorteil dieses Mal: ich bin viel selbstbewusster reingegangen. Und das Gefühl war anders. Im Cage war alles etwas versteckter, eingeschränkter; auf der Main Stage war alles offener, die Musik auch lauter. Besonders gut war, dass ich mich selbst überwunden habe, was ich am Anfang von mir nicht erwartet hatte. Ich habe eine Halbe Stunde gespielt, ohne Pausen. Davor dachte ich, ich schaffe das niemals. Es war stark. Meine Lehrkraft hat mir auch die positive Entwicklung gespiegelt und hat mit der Musik gevibet.

Nach meinem Einsatz übernahm Carl den dann Pult. Der Unterschied zwischen Carl und mir, ist noch riesig. Er hat es schon im Blut und ich bin erst am Anfang. Aber er sagte meinem Lehrer, „ich war einmal weg , und jetzt performt er so!“ Damit meinte er, ich habe mich doch gebessert. Und ich fühlte es.


Im Nachhinein weiß ich, die Stunden mit Carl haben mir sehr viel gebracht. Ich merke, ich habe die Grundlagen des Auflegens darauf, habe ein paar Tricks/Effekts von Carl übernommen, und muss nur weiter üben. Insgesamt habe ich ein besseres Mindset: nicht nur dass ich allein spielen kann, wenn ich will, sondern auch, dass ich den Einsatz zeigen muss, wenn ich mein Ziel erreichen sollte.


Die Stunde mit Carl brachte mir auch viel musikalisch bei, weil ich meine Schwachstellen beheben konnte, indem ich mich besser in die Musik reinhörte. (Die Musik in meinem Kopf war viel lauter als auf dem Stage! Nun kann ich die Lautstärke anpassen.)


ree

 

Comments


Subscribe to Our Newsletter

Thanks for submitting!

© 2025 by derBLICK, Lernende der Realschule Heepen - Bielefeld, Germany.

bottom of page