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Warum ist Selbstliebe in der Schule wichtig?

  • Writer: Livia Schlegel
    Livia Schlegel
  • 12 minutes ago
  • 3 min read

Selbstliebe – das klingt erst mal nach kitschigen Sprüchen auf Instagram oder nach irgendwas, was Erwachsene einem immer raten. Aber für mich als Schülerin in der 10. Klasse ist Selbstliebe viel mehr als das. Sie beeinflusst, wie ich in der Schule bin, wie ich lerne und sogar, wie ich mit anderen umgehe.

Selbstliebe bedeutet für mich, sich selbst zu akzeptieren – mit Stärken und Schwächen. In der Schule ist das besonders wichtig, weil dort ständig bewertet, verglichen und kritisiert wird. Ohne Selbstliebe ist es leicht, sich zu verstecken oder sich zu verstellen, um dazuzugehören. Aber das ist eigentlich keine Selbstliebe, sondern Selbsttäuschung. Ein Bereich, in dem viele Schüler – mich eingeschlossen – mehr Selbstliebe gebrauchen könnten, ist das Melden im Unterricht.


Viele trauen sich nicht, sich zu melden, aus Angst, etwas Falsches zu sagen oder sich zu blamieren. Man bleibt still, auch wenn man die Antwort weiß, und fühlt sich danach vielleicht sogar schlecht, weil man sich nicht getraut hat. Man verpasst Chancen, sich zu verbessern oder zu zeigen, was man kann. Das Selbstbewusstsein leidet darunter, und man bleibt oft unter seinen Möglichkeiten.


Wer sich selbst annimmt, erlaubt sich, Fehler zu machen. Man meldet sich auch dann, wenn man nicht hundertprozentig sicher ist, und akzeptiert, dass Fehler dazugehören. Man lernt mehr, bekommt Feedback und merkt, dass niemand perfekt ist. Das stärkt das Selbstbewusstsein und die eigene Entwicklung. Fehler zuzugeben und zu akzeptieren ist ein Akt der Selbstliebe. Es bedeutet, ehrlich zu sich selbst und zu anderen zu sein. Ohne Selbstliebe versucht man, Fehler zu verstecken oder schämt sich dafür. Mit Selbstliebe steht man dazu, lernt daraus und entwickelt sich weiter.


Kritik kann weh tun, besonders wenn man wenig Selbstliebe hat. Ohne Selbstliebe nimmt man alles persönlich und fühlt sich schnell angegriffen. Mit Selbstliebe kann man Kritik als Chance sehen, sich zu verbessern, ohne sich als Mensch infrage zu stellen. Viele denken, die Noten bestimmen den eigenen Wert. Aber Noten machen einen nicht als Menschen aus. Selbstliebe als Schüler:in bedeutet, die eigenen Leistungen wahrzunehmen, sich ehrlich einzuschätzen und mit der Rückmeldung einer Note so umzugehen, dass man daraus lernt und sich weiterentwickelt. Selbstliebe hilft auch, die Angst vor schlechten Noten zu reduzieren und sich Pausen zu gönnen, ohne sich dabei schuldig zu fühlen. Insgesamt führt das zu einem entspannteren und gesünderen Umgang mit sich selbst.


Man braucht als Schüler:in auch Selbstliebe, um sich selbst Pausen zu erlauben und nicht ständig zu prokrastinieren, sodass man auf sich achten und besser planen kann. Wer Selbstliebe praktiziert, entwickelt mehr Mut, sich authentisch zu zeigen und sich nicht zu verstecken. Dadurch kann man besser mit Fehlern und Kritik umgehen, weil man auf seine eigenen Energien achtet und sein eigenes Potenzial bewusster auslebt.


Wenn mehr Schüler Selbstliebe hätten, würde sich das Schulklima deutlich verbessern: Es gäbe weniger Angst und Druck, mehr Ehrlichkeit und Offenheit. Die Zusammenarbeit untereinander würde besser funktionieren, und es entstünde ein angenehmeres, unterstützendes Umfeld. Außerdem hätten die Schüler mehr Mut, Neues auszuprobieren und sich Herausforderungen selbstbewusster zu stellen. So trägt Selbstliebe nicht nur zum individuellen Wohlbefinden bei, sondern wirkt sich positiv auf die gesamte Schulgemeinschaft aus. Stell dir vor, es wäre eine Schule, in der sich Schüler:innen mehr akzeptieren würden. Welchen Einfluss hätte das auf den Umgang miteinander?


Selbstliebe ist die Liebe zu dir selbst und spiegelt sich auch im Umgang mit anderen wider. Sie ist dein Wert und bestimmt, wie du mit dir und mit anderen umgehst. Um Mobbing oder Belästigung zu verhindern, ist es wichtig, sich auf eine gesunde Art selbst zu lieben. Schließlich ist die Schule ein Ort für gutes Miteinander, und jeder sollte sich wohlfühlen, da ihr hier die restlichen fünf Jahre verbringen werdet.


Das Verhalten anderer Schüler ist meistens eine Reflexion von ihnen selbst. Genauso ist es auch bei dir. Wenn du das Schlechte in anderen siehst, ist es oft eine Reflexion von dir selbst. Dabei spielt es keine Rolle, wer es ist oder wie lange du diese Person schon kennst.


Die Verbindung zu dir selbst baut das Fundament auf, das du zu dir selbst hast und mit dem du die Welt siehst. Nimm dir tägliche Ziele vor, zum Beispiel dich einmal pro Stunde mündlich zu beteiligen oder deine Hausaufgaben nach der Schule zu machen. Egal was es ist, Hauptsache, du machst es. Dadurch lernst du, dir selbst zu vertrauen. Im Schulalltag kann es auch helfen, Beziehungen aufzubauen und dich mit anderen zu verstehen. So stärkst du ebenfalls das Vertrauen in dich selbst.


Schließlich kann dich in der Schule vieles herausfordern: Noten, Blicke, blöde Sprüche von Schülern oder Feedback von Lehrern. Ein Mehrwert entsteht daraus, wenn du bewusst mit dir selbst umgehen kannst – und das fängt mit ein bisschen mehr Selbstliebe an.

 

 

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