Eine Brücke zwischen Deutsch und Mandarin
- Volodymyr Diachenko

- Dec 25, 2025
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Der Deutsch-Chinesische Treff ist ein offener Sprachtreff, der jeden zweiten Montag abends stattfindet. Teilnehmer sprechen und üben Deutsch oder Mandarin. Man muss nicht beide Sprachen beherrschen, aber grob gilt die Regel: wer Chinesisch üben möchte, spricht Chinesisch; wer Deutsch üben möchte, spricht Deutsch.
Die zentrale Lage macht der Grüne Würfel zum perfekten Treffpunkt: von überall erreichbar, sagt die Leiterin und Gründerin des Treffs Michelle. Sie organisiert auch manchmal Vorträge, wo Teilnehmer Fragen stellen und welche beantworten können - jeweils in der verlangten Sprache.
Sprachenlernen ist schwer, aber der Treff ist nicht streng. Es gibt immer rund fünf Teilnehmende, und die Unterhaltungen sind locker und entspannt. Michelle sagt, Moderation ist kaum nötig, weil die Gespräche so gut verlaufen.
Meistens wird noch auf Deutsch gesprochen, aber Michelle betont: „aber wir wollen immer mehr in die andere Richtung gehen!“ Die Gruppe ist also auf zukünftige Fortschritte ausgerichtet.
Unterricht gibt es beim Treff jedoch nicht – es handelt sich eher um eine Gesprächsrunde.
„Man sollte ein bisschen Grundlagen mitbringen, aber es ist nicht schlimm, wenn man erstmal nur Interesse mitbringt.“
Die Gruppe gibt Tipps, wie man lernen kann und man lernt ja viel beim Treff – ähnlich wie Kinder eine Sprache lernen: nicht mit Wörterbüchern und Tests, sondern durch Zuhören und Sprechen! Sprachen werden erlebt. Aber man lernt nicht automatisch, sagt Michelle. „Man muss Interesse und Spaß mitbringen.“
Ihre Idee für dieses Projekt entstand, weil es nur wenige Möglichkeiten gibt, Mandarin zu üben, andererseits auch Chinesen in Bielefeld kennenzulernen, mit den man Deutsch üben kann. Oft bleiben Freundschaften und Kontakte so nur innerhalb der eigenen Sprachenfamilie, sagt Michelle, was zum Teufelskreis führt: Man findet keine deutschsprachigen Freunde, weil man nicht gut genug Deutsch spricht, und man lernt nicht besser Deutsch, weil man keine deutschsprachigen Freunde hat.
„Viele Chinesen erzählen, dass sie zuhause mit ihrem Partner nur Chinesisch sprechen. Sie haben gar keine deutschen Freunde und können kaum Deutsch üben – obwohl sie hier in Deutschland leben. Und für Deutsche, die Chinesisch lernen wollen, gibt es ebenfalls kaum Möglichkeiten. Das soll ein Treffpunkt sein, wo man üben kann.“
Der Stammtisch ist noch jung – es gibt ihn erst seit Mai 2025 – und die Gruppe wünscht sich mehr Besucher.
„Wir schauen, dass wir eine Stammgruppe kriegen. Es können immer mehr Leute dazukommen, natürlich kann man auch wieder gehen. Aber es wäre schön, wenn irgendwann ein fester Kern bleibt.“
Mandarin kann man in Bielefeld außerdem an der Volkshochschule oder mit Sprachlern-Apps lernen. Für jetzt bleibt der Deutsch-Chinesische Treff im Gründen Würfel eine Brücke für Sprachenlerner.
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