top of page

Warum wählen RSH-Schüler*innen die AfD?

  • Writer: Jannis Nolting
    Jannis Nolting
  • Mar 11, 2025
  • 3 min read

Updated: Jul 7, 2025

Häufig wird gesagt, dass die Jugend eine liberale/linke Politik präferiert. Obwohl eine große Anzahl unserer Schülerschaft (41,1%) dieses Jahr für Die Linke abgestimmt hat, tendieren immer mehr junge Menschen nach rechts, wie unsere Juniorwahl und die Bundeswahlen deutlich zeigen. 



Um Gründe dafür zu finden, warum immer mehr Schüler*innen der Realschule Heepen die AfD gewählt haben (14,5 %), wurde Herr Lanz, Politik- und Sozialwissenschaft Lehrer an unserer Schule, interviewt.


Stimmanteile der Parteien bei der Junior-Bundestagswahl im Jahr 2025


Der erste und womöglich auch weitläufigste Grund, laut Herr Lanz, sei vor allem die starke Medienpräsenz von extremeren Parteien auf TikTok. Diese polarisierenden Inhalte, die auf Plattformen wie Tik Tok und zum Teil auch Instagram kursieren, wirken für die typische Zielgruppe von Social Media im Allgemeinen, also junge Leute sehr ansprechend. 

 

 “Es ist natürlich klar - das war auch bei mir früher so - dass man als junger Mensch extremere Ansichten und polarisierende Persönlichkeiten, die diese Parteien eben verkörpern, einfach interessanter findet", erklärt Herr Lanz.

 

 “Wenn Maximilian Krah jetzt etwas sehr Aufmerksamkeit Erregendes, in welcher Hinsicht auch immer sagt, ist das logischerweise interessanter, als Olaf Scholz, der da wieder seinen einstündigen Monolog hält oder seinen Aktenkoffer zeigt.”

 

Dieses Empfinden ist sicher auch oft im Zusammenhang mit der heutigen Jugend und aktueller Politik zuerkennen. Ist das der einzige Grund, denn diese Beobachtungen beziehen sich auf unsere Wahlsimulation und junge Leute? Wie sieht es mit der richtigen Wahl aus und dem Wahlverhalten der älteren Generationen?

 

Herr Lanz äußerte sich auch insbesondere zum Erfolg der „extremeren Parteien“ momentan beim Wahlvolk.

 

“Dafür gibt es mehrere Gründe - allgemein herrscht im Moment eine angespannte Lage in der Weltpolitik und da flüchten die Leute in extreme Parteien, die einfache Lösungsvorschläge bieten.”

 

Herr Lanz erwähnte ebenfalls, dass es speziell bei älteren Leuten eine Unzufriedenheit mit der aktuellen Mainstream-Politik gibt, weil sie schon sehr lange in Deutschland leben und die klassischen Regierungskoalitionen kaum noch Hoffnung und Vertrauen bei ihnen wecken. Demnach bleiben eher oppositionelle bzw. extremere Parteien übrig.

 

Außerdem soll der Überblick über das Parteiprogramm der Altparteien ziemlich verzerrt sein, man kenne kaum noch die fundamentalen Unterschiede von beispielsweise der SPD und CDU, ohne komplett informiert und belesen über diese Themen zu sein. Nicht jeder hat Lust, sich intensiv mit teilweise 40-seitigen Wahlprogrammen auseinanderzusetzen.

 

Im Gegensatz dazu hat man als junger Mensch noch nicht so viel Erfahrung mit Politik und weiß nicht, was die Parteien in der Vergangenheit so alles gemacht haben, bei den neueren extremeren Parteien gibt es keinen großen historischen Hintergrund, was wiederrum auch einen klareren Überblick schafft.

 

Wo sieht Herr Lanz ein Problem bei der AFD?

 

“Ich sehe ein Problem bei der AFD, dass sich in den Rängen dieser Partei auch Menschen verbergen, die sehr rechts sind und auch Positionen vertreten, die nicht so ganz mit dem Grundgesetz und der deutschen Verfassung übereinstimmen.”

 

Wo sollten AfD-Politiker sonst hin, wenn sie nicht in die rechte Randpartei gehen und Einfluss haben wollen?

 

"Ich würde zwar nicht sagen, dass alle AFD - Politiker Nazis sind, aber auf ein paar von ihnen trifft diese Bezeichnung schon zu.”

 

Und das Polarisierende manche solcher AfD-Politiker sprechen manche Junge an.

 

“Jeder kennt bestimmt dieses Video von Maximilian Krah, wo er sagt: Du bist ein Mann, kein non-binäres Einhorn."

 

Viele junge Leute finden das eben interessant oder auch belustigend und sind dann eben weniger sensibel mit ihrer Wahlentscheidung, sondern agieren eher gelenkt vom Bauchgefühl.

 

“Ich wünsche mir von Schülerinnen und Schülern, in Bezug auf ihre Wahlentscheidung, dass sie sich ihr eigenes Bild machen, nicht nur den Wahl-O-Mat durchklicken und beruhend auf diesem Ergebnis eine Entscheidung treffen."

 

Er sagt, der Wahl-O-Mat ist immer noch nur ein Hilfsmittel, aber man sollte kein Programm für sich entscheiden lassen. Besser wäre es, sich direkt mit den Kandidaten, dem Parteiprogramm etc. auseinanderzusetzen.

 

Insgesamt muss man mehrere Aspekte berücksichtigen, die zu diesem Wahlergebnis führen und sollte es nicht voreilig negativ einordnen, sondern sich mit einer aufschlussreichen Recherche ein eigenes Bild machen.

 

Es wäre vielleicht gut, wenn mehr offensichtliche Unterschiede zwischen zum Beispiel SPD und CDU bestehen und dass diese Unterschiede auch wieder im politischen Diskurs durchkommen würden. Dadurch würde sich unwahrscheinlicher eine Mehrheitsmeinung oder sogar ein politischer Trend entwickeln.

 

Also vergewissert euch vor der endgültigen Wahlentscheidung immer, ob ihr euch mit eurem Partei-Favoriten wirklich identifizieren könnt.  

 

Comments


Subscribe to derBLICK

Thanks for submitting!

© 2025 by derBLICK, Lernende der Realschule Heepen - Bielefeld, Germany.

bottom of page